Bahnhof Berlin Wannsee
Bahnhofshistorie und stillgelegte Strecken

Bahnhofshistorie

Am 1. Juni 1874 wurde der Bahnhof „Wannensee“ an der zeitgleich fertiggestellten Wannseebahnstrecke (heutige S1) eröffnet. Vier Jahre später wurde der Name in „Wannsee“ abgeändert. Im Jahre 1888 wurde der Bahnhof vergrößert und der an der Wetzlarer Bahn (heutige S7, früher auch Kanonenbahn genannt) gelegene Haltepunkt „Dreilinden“ in den Bahnhof integriert.

Als erstes Empfangsgebäude diente der einstige Kaiserpavillon der Wiener Weltausstellung von 1873, in dem Kaiser Wilhelm I., Kaiser Franz Josef I. und Zar Alexander II. gemeinsam gefrühstückt hatten. Er stand auf dem Lorettahügel und wurde 1927 abgerissen.

Am 31. März 1928 wurde das expressionistische Bahnhofsgebäude, dass der Architekt Richard Brademann entworfen hatte, in Betrieb genommen. Zeitgleich mit dem Bau des Gebäudes wurde auch die Bahnhofsanlagen umgestaltet und nahmen in etwa die heutige Form an. Zwischen 1928 und 1933 wurden die Wannsee durchlaufenden S-Bahnstrecken elektrifiziert. 1939 kam dann auch der Fernverkehr nach Wannsee: Von Potsdamer Stammbahn (die zwischen Griebnitzsee über Düppel-Kleinmachnow nach Zehlendorf verlief und heute stillgelegt ist) zweigte ab da eine eingleisige Strecke zum Bahnsteig C in Wannsee ab, die jedoch nicht stark befahren war. Zwischen 1952 und dem 26. September 1976 wurde der Fernzughalt in Wannsee aufgehoben und alle "Interzonenzüge" hielten vor bzw. nach ihrer Fahrt durch die DDR in Wannsee. Etwa zehn Jahre zuvor wurde das Autozugterminal erbaut. Wannsee kam zwischen 1976 und 1998 eine recht hohe Bedeutung als zweitwichtigster West-Berliner Bahnhof zu.

Nach der deutschen Teilung fuhren ab 1992 wieder S-Bahnzüge ins benachbarte Potsdam. Am 26. Mai 1993 wurden die Fernzuggleise elektrifiziert. Bis 1998 fuhren IC und ICE regelmäßig über Wannsee. Seit dem gab es immer weniger Tagesfernverkehr, der Bahnhof Wannsee ist fernverkehrsmäßig heute fast ohne Bedeutung.

Stillgelegte Strecke: Die Friedhofsbahn

Von 1913 bis 1961 verkehrte die S-Bahnen ab Wannsee in vier Richtungen, und nicht nur in drei Direktionen wie heute. Südwestlich von Bahnhof zweigte eine S-Bahnlinie über Dreilinden zu den drei Stahnsdorfer Friedhöfen ab. Die Strecke war eigens dafür gebaut worden, Friedhofsbesucher und Leichen vom Berliner Stadtgebiet auf die 1913 aus Platzmangel in der Berliner Innenstadt in Stahnsdorf errichteten Friedhöfe zu bringen.
Fotos und Hintergrundinformationen zur Friedhofsbahn
finden Sie auf suedwestbezirk.de