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Geschichte
Die Strassenbahn begann am ehem. Küstriner Hauptbahnhof, der sich
in der Neustadt befindet und somit den Namen Küstrin - Neustadt Hbf
trug. Da es die Küstriner Altstadt heute nicht mehr gibt, heißt
er numehr nur Küstrin (polnisch Kostrzyn). Küstrin war und ist
ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Hier kreuzen sich die eheml. Ostbahn
(Berlin - Königsberg / Pr) und die Stettin - Schlesische Bahn (Stettin
- Breslau). Zudem war Küstrin preussische Festungsstadt.
Vom
Hauptbahnhof führte die Straßenbahn zunächst durch die
Bahnhofstraße, überquerte die Warthe und erreichte dann die
Altstadt, in der sie die sog. Festung Brandenburg (deren einzelnen Abschnitte
noch einmal eigene Namen führten) durch das Berliner Tor durchqueren
mußte.
Diese Durchfahrt ist auch heute noch erkennbar, wenn man den Straßengrenzübergang
Kostrzyn benutzt. Nach Durchquerung der Altstadt und des Marktplatzes
gelangte die Straßenbahn über die Oderbrücken auf die
Oderinsel, die auch heute zum Bundesgebiet gehört, aber nicht mehr
bewohnt ist. Vorbei an Kasernen (die auch heute noch als solche erkennbar
sind, bog sie rechts ab und erreichte nach wenigen hundert Metern den
Bahnhof Küstrin - Altstadt, der ebenfalls noch als Ruine erhalten
ist. Schon sehr früh munierten die Bewohner der westlichen Stadtteile wie Kietz, dass die Straßenbahn bereits am Altstädter Bahnhof enden würde, dabei gäbe es für sie keine adäquate Verkehrsanbindung an die Innenstadt. Wegen leerer Kassen konnte das Projekt, die Straßenbahn in Richtung Westen zu verlängern aber nie verwirklicht werden (die Planungen existierten bis 1945). Allerdings wollte der Stadtrat im Jahre 1933 eine versöhnliche Geste an die straßenbahnlosen Vorstädter richten: Er unterstützte mit lediglich 1.500 Reichsmark den Weiterbau der Linie Richtung Kietz. Allerding reichte das Geld nur für eine Haltestelle: Ende 1933 wurde die Straßenbahnlinie 1 vom Bahnhof Altstadt bis zum "provisorischen", aber dann doch endgültigen Endpunkt "Odervorflutbrücke" verlängert.
Ab März
1945 tobten dann die Kämpfe um Küstrin und als die Rote Armee
die Stadt am 30. März endgültig erobert hatte, war sie vollkommen
zerstört. Da man aufgrund der starken Zerstörungen die Stadt
eigentlich gar nichts wieder aufbauen wollte, schaffte man noch brauchbare
Steine zum Wiederaufbau nach Zentralpolen. Erst in den 50iger Jahren wurde
Küstrin - Neustadt dann wiedererrichtet, da die Bahn- und Industrieanlagen
der Stadt, sowie der Hafen, relativ unbeschadet durch den Krieg gekommen
waren. Die Altstadt blieb als Trümmerfeld unberührt. Hier zeugen
nur noch Keller und Häuserreste, sowie noch erkennbare Straßenlinien
(tlw. mit Schienenfragmenten) davon, dass hier vor über 60 Jahren einmal einmal
städtisches Leben stattgefunden hat.
Text:
Thorsten Bartel
Übersichtskarte
(braun eingezeichnet: die stillgelegte
Straßenbahn)
Fotos

Oderbrücke mit Straßenbahn, Quelle:
Csallner, H. (2002): Bilder aus Ostbrandenburg, Dörfler Verlag Eggolsheim,
ISBN 3-89555-039-6 - mit freundlicher Genehmigung

ebenso, Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.

Der 1945 zerstörte Marktplatz der Altstadt mit Straßenbahn, Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.

Das Berliner Tor, Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.

Festungswerk "Hoher Cavalier" mit Straßenbahn, Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.

Der Hauptbahnhof in der Küstriner Neustadt, Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.

Die Kaserne des 48. Infanterie-Regiments in Küstrin-Neustadt
mit Pferde-Straßenbahn im Vordergrund,Quelle: Csallner, H. (2002), a.a.O.
Pferdebahn, 1903, BAHNINFO ARCHIV SACHSEN
Markt, 1938, BAHNINFO ARCHIV SACHSEN
Warthebrücke, 1928, BAHNINFO ARCHIV SACHSEN
Markt, 1930, BAHNINFO ARCHIV SACHSEN
Plantagenstr., 1929, BAHNINFO ARCHIV SACHSEN
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